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Monstergod – Invictus | Review by BodyStyler

by Torsten Pape | 16.03.2018 |


Ein Engel mit nur einem Flügel, der andere wurde ihm entfernt und an dessen Stelle erkennt man eine gewaltige Narbe. Was war der Grund für diese Verstümmelung? Ist sie eine göttliche Strafe, ein hartes Schicksal oder schlicht Ungerechtigkeit? Alle Möglichkeiten lassen es zu, dass man einen Monstergod für sie verantwortlich macht oder gar, dass diese einflügelige Kreatur selbst der Monstergod ist.

Die Verbindung von Bandname und Coverbild schürt somit in jedem Fall unweigerlich die Erwartung auf ebenso imposante wie fantasieanregende, akustische Eindrücke. Wer in den letzten zwölf Jahren bereits auf das polnische Duo aufmerksam geworden ist, der ahnt, dass es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass diese Erwartungen enttäuscht werden. Dafür ist die Qualität der letzten beiden Alben bzw. drei bisherigen EPs einfach zu hoch. Von Anbeginn an wird auf diesen Veröffentlichungen nämlich druckvolle Electro-Kost geboten, die gleichermaßen brachial wie elegant daherkommt und den Bewegungsdrang ebenso befriedigt wie das Bedürfnis nach anspruchsvoller Klangkunst. Immer wieder mal wurden dabei zusätzliche Gitarren-Elemente integriert, die die Songs um eine weitere, kraftvolle Note bereicherten.

Nun steht also sechs Jahre nach der letzten Veröffentlichung ein neues Werk an, das mit zwölf neuen Tracks daherkommt. Was zudem sofort auffällt, ist die Präsentation einiger Gäste, die durch ihre Bands wie Controlled Collapse, Deathcamp Project oder auch CLICKS bekannt sind. Der erstaunlichste Unterstützer ist allerdings unbestritten Sin Quirin von Ministry. Da verwundert es am Ende kaum, dass Songs wie “Silence in violence”, “It rains in my heart”, “Complete and bored” sowie “God lay dead”, aber auch im Alleingang eingespielte, coole Tracks wie “The living torch”, der Titelsong oder “Annabel Lee” auf Anhieb begeistern. Manch einer ahnt es vielleicht schon: Bei den Texten handelt es sich um Gedichte von Schriftstellern wie Edgar Allan Poe, Robert Frost, Paul Verlaine oder Charles Baudelaire. Knaller!

Bodystyler